PRIVATÄRZTLICHE PRAXIS | DR. SIMONE EICHINGER

PRIVATÄRZTLICHE PRAXIS

DR. SIMONE EICHINGER

IHHT bei Burnout: Wie Zelltraining Stresshormone reguliert

Medizinisches Fachwissen · Vitamin Institute München

Burnout wird oft als rein psychisches Phänomen beschrieben – Erschöpfung, Zynismus, das Gefühl, nicht mehr zu funktionieren. Was dabei häufig übersehen wird: Chronischer Stress hinterlässt auch auf zellulärer Ebene messbare Spuren. In diesem Beitrag erklären wir, was im Körper bei anhaltendem Stress tatsächlich passiert, was die aktuelle Forschung zu Cortisol und Zellstress zeigt, wie IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie) dabei ansetzen kann – und warum gerade bei einem ohnehin belasteten System die Präzision unseres neuen CellAir Pro eine Rolle spielt.

Auf einen Blick:

  • Chronischer Stress führt zu einer dauerhaften Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) und erhöhten Cortisolspiegeln.
  • Eine aktuelle Übersichtsarbeit (Spiers et al., 2015) zeigt: Diese Stresshormone fördern oxidativen Stress auf zellulärer Ebene – ein Mechanismus, der eng mit mitochondrialer Belastung verknüpft ist.
  • Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 bestätigt Burnout als messbare hormonelle und zirkadiane Dysregulation, nicht nur ein subjektives Gefühl.
  • IHHT setzt gezielt an der zellulären Stressresilienz an – ergänzend, nicht als Ersatz für psychotherapeutische oder arbeitsmedizinische Begleitung.
  • Das neue CellAir Pro liefert dabei einen besonders konstanten, reproduzierbaren Reiz – wichtig bei einem System, das ohnehin aus dem Gleichgewicht ist.

Inhaltsverzeichnis

Was passiert im Körper bei Burnout – und warum betrifft das die Mitochondrien?

Bei akutem Stress ist die Ausschüttung von Cortisol sinnvoll: Sie mobilisiert Energie und schärft die Aufmerksamkeit. Bleibt die Belastung jedoch über Wochen oder Monate bestehen, bleibt auch die HPA-Achse dauerhaft aktiviert. Eine 2015 in Frontiers in Neuroscience veröffentlichte Übersichtsarbeit von Spiers und Kollegen zeigt, dass diese anhaltende Ausschüttung von Glukokortikoiden die mitochondriale Atmungskette und oxidative Phosphorylierung verstärkt aktiviert – mit der Folge, dass vermehrt reaktive Sauerstoffspezies entstehen, während gleichzeitig die körpereigene antioxidative Kapazität gedrosselt wird. Das Ergebnis ist ein zellulärer oxidativer Stress, der besonders empfindliche Gewebe wie den Hippocampus betrifft (Spiers et al., 2015).

Vereinfacht gesagt: Was sich als Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder das Gefühl anfühlt, „nicht mehr aufzutanken“, hat eine nachvollziehbare biologische Entsprechung in den Kraftwerken der Zelle. Das ist auch der Grund, warum wir Burnout in unserer Praxis nicht rein symptomatisch, sondern mit Blick auf die zelluläre Energiebilanz betrachten.

Wie gut ist Burnout als hormonelle Störung wissenschaftlich belegt?

Dass Burnout mehr ist als ein subjektives Erschöpfungsgefühl, bestätigt eine im November 2025 im Fachjournal Clocks & Sleep veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit von Ungurianu und Marina. Die Autoren werteten die verfügbare Evidenz zu Burnout, hormoneller Dysregulation und zirkadianer Fehlausrichtung aus und stellten fest, dass Burnout mit einer veränderten HPA-Achsen-Aktivität und einer abgeflachten Tagesrhythmik des Cortisolspiegels einhergeht – begleitet von nachweisbaren kardiovaskulären, gastrointestinalen und immunologischen Funktionsstörungen (Ungurianu & Marina, 2025).

Für uns als Praxis ist das ein wichtiger Punkt: Burnout lässt sich nicht allein durch „mehr Erholung“ behandeln, wenn die zugrunde liegende hormonelle und zelluläre Dysregulation bestehen bleibt. Genau hier setzt eine gezielte, ärztlich begleitete Therapie wie IHHT an – in Kombination mit Labordiagnostik, nicht als Alleinlösung.

Wie kann IHHT bei Burnout ansetzen?

IHHT arbeitet mit kurzen, kontrollierten Phasen von Sauerstoffmangel (Hypoxie) und anschließend erhöhtem Sauerstoffangebot (Hyperoxie). Dieser Wechsel setzt einen gezielten Trainingsreiz für die Mitochondrien: Geschädigte, ineffiziente Mitochondrien werden abgebaut, die Bildung neuer, leistungsfähigerer Mitochondrien wird angeregt. Da genau diese zelluläre Energieversorgung durch chronisch erhöhte Stresshormone belastet wird, setzt die Therapie an einer der zentralen biologischen Stellschrauben von Erschöpfungszuständen an.

Wichtig ist dabei die Kontrolle: Anders als bei sportlicher Belastung, die bei einem bereits erschöpften System eher zusätzlichen Stress bedeuten kann, findet IHHT im Liegen statt, ist körperlich nicht anstrengend und wird durchgehend ärztlich überwacht. Mehr zum grundsätzlichen Wirkmechanismus bei zellulärer Erschöpfung finden Sie in unserem Beitrag zum Mitochondrientraining bei chronischer Erschöpfung.

Was können Sie von einer IHHT-Kur bei Burnout erwarten?

Eine typische Kur umfasst 10 bis 15 Sitzungen à 20 bis 45 Minuten, in der Regel zwei Mal pro Woche. Die Rückmeldungen, die wir am häufigsten hören, betreffen zunächst den Schlaf und die allgemeine Anspannung – viele Patientinnen und Patienten berichten von einem ruhigeren Nervensystem, bevor sich die kognitive Leistungsfähigkeit spürbar verbessert. Mehr zum Zusammenhang zwischen IHHT und einem überaktivierten Nervensystem lesen Sie in unserem Beitrag zu IHHT und Nervensystem-Reset.

Wir machen bewusst keine pauschalen Versprechen: Wie schnell und wie deutlich jemand anspricht, hängt von der Dauer der Belastung, dem Ausgangszustand der Mitochondrien und begleitenden Mikronährstoffdefiziten ab. Deshalb beginnen wir jede Burnout-Behandlung mit einer Anamnese und relevanter Labordiagnostik, nicht mit einem Standardprotokoll.

Für wen ist IHHT bei Burnout geeignet – und für wen nicht?

IHHT eignet sich grundsätzlich gut für Menschen mit stressbedingter Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder dem Gefühl, trotz Ruhephasen nicht zu regenerieren. Nicht geeignet ist die Therapie bei bestimmten unbehandelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei akuten fieberhaften Infekten – Kontraindikationen, die wir in jedem Fall individuell im Erstgespräch abklären.

Bei begleitenden kardiovaskulären Risikofaktoren – die bei chronischem Stress häufig mit auftreten – ist zudem relevant, dass intermittierende Hypoxie-Konditionierung in kontrollierten Studien mit signifikanten Reduktionen von Ruhepuls und Blutdruck sowie einem guten Sicherheitsprofil assoziiert war; mehr dazu in unserem Beitrag zum neuen CellAir Pro.

Warum das neue CellAir Pro bei Burnout besonders wichtig ist

Gerade bei einem durch chronischen Stress ohnehin aus dem Gleichgewicht geratenen System ist die Konstanz des Therapiereizes besonders wichtig. Unser neues CellAir Pro von CellGym stabilisiert den Hypoxie-Reiz über die patentangemeldete OAPC-Technologie automatisch – unabhängig von äußeren Bedingungen. Für Sie bedeutet das: Jede Sitzung Ihrer Burnout-Kur ist tatsächlich mit der vorherigen vergleichbar, und der Hypoxic Session Index (HSI®) macht Ihren Fortschritt über die gesamte Kur hinweg nachvollziehbar – statt sich allein auf ein diffuses Gefühl der Besserung zu verlassen.

Quellen

Wissenschaftliche Evidenz zu Cortisol, oxidativem Stress und Mitochondrien: Spiers JG, Chen HC, Sernia C, Lavidis NA. „Activation of the hypothalamic-pituitary-adrenal stress axis induces cellular oxidative stress.“ Frontiers in Neuroscience, 2015. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4298223.

Wissenschaftliche Evidenz zu Burnout und hormoneller Dysregulation: Ungurianu A, Marina V. „The Biological Clock Influenced by Burnout, Hormonal Dysregulation and Circadian Misalignment: A Systematic Review.“ Clocks & Sleep, 2025;7(4):63. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12641836.

(Beide Quellen abgerufen: Juli 2026.)

FAQ (Häufig gestellte Fragen)

Nein. IHHT ist kein Ersatz für psychotherapeutische, arbeitsmedizinische oder gegebenenfalls medikamentöse Begleitung, sondern eine ergänzende Therapie, die an der zellulären Energiebilanz ansetzt. Wir besprechen im Erstgespräch, wo IHHT sinnvoll eingebunden werden kann.

Das ist individuell unterschiedlich. Viele Patientinnen und Patienten berichten zuerst von besserem Schlaf und weniger Anspannung, oft nach den ersten 5 bis 8 Sitzungen. Kognitive Effekte wie Konzentration folgen häufig etwas später.

Wir klären kardiovaskuläre Risikofaktoren immer vor Beginn ab. Kontrollierte Studien zu intermittierender Hypoxie-Konditionierung zeigen ein gutes Sicherheitsprofil, ersetzen aber keine individuelle ärztliche Abklärung.

Ja. Nach einem Erstgespräch mit Anamnese und ggf. Labordiagnostik können wir zeitnah mit der Kur starten. Termine über unsere Kontaktseite.

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Dr. Simone Eichinger und das Team des Vitamin Institute München unterstützen Sie mit einer individuellen, labordiagnostisch begleiteten Herangehensweise an Erschöpfung und Burnout.