PRIVATÄRZTLICHE PRAXIS | DR. SIMONE EICHINGER

PRIVATÄRZTLICHE PRAXIS

DR. SIMONE EICHINGER

IHHT-Therapie bei Long COVID: Erfahrungen, Studien und Ergebnisse aus der Praxis

Medizinisches Fachwissen · Vitamin Institute München

Wer nach einer COVID-19-Erkrankung monatelang nicht auf die Beine kommt, stellt sich irgendwann dieselbe Frage: Was kann die IHHT-Therapie bei Long COVID tatsächlich bewirken – und was sagen Studien dazu? Im Vitamin Institute München behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Long COVID, ME/CFS und Burnout seit 2021 mit der Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie. Dieser Beitrag gibt einen ehrlichen Überblick: Was zeigt die Forschung, was beobachten wir direkt in der Praxis – und wo liegen die Grenzen der Therapie.

IHHT vs. klassisches Höhentraining

Wenn Sie noch nicht wissen, wie die IHHT grundsätzlich funktioniert, lesen Sie zunächst unseren Beitrag IHHT vs. klassisches Höhentraining. Dort erklären wir den Wirkmechanismus, den Ablauf einer Sitzung und die allgemeinen Indikationen. Dieser Beitrag setzt dieses Grundwissen voraus und fokussiert sich auf Long COVID, ME/CFS und Burnout als spezifische Anwendungsgebiete.

Warum Long COVID kein normales Erschöpfungssyndrom ist – und warum das für die Therapie entscheidend ist

Das Kernproblem bei Long COVID ist nicht Erschöpfung im alltagssprachlichen Sinne. Es ist eine nachweislich gestörte zelluläre Energieproduktion. Mehrere unabhängige Forschungsgruppen haben seit 2021 belegt, dass Betroffene strukturell veränderte und funktionell eingeschränkte Mitochondrien aufweisen – also jene Zellstrukturen, die ATP (Energie) herstellen. Eine 2022 publizierte Analyse zeigte diese Veränderungen im Muskelgewebe auch bei Personen, die ursprünglich einen milden COVID-19-Verlauf hatten.

Das erklärt drei klinische Merkmale, die Long-COVID-Betroffene von klassisch Erschöpften unterscheiden:

IHHT-Therapie bei Long COVID: Was sagen Studien?

Wer nach einer IHHT Long COVID Studie sucht, stößt auf ein Bild, das für ein so junges Syndrom typisch ist: Die mechanismusbezogene Evidenz ist stark, Long-COVID-spezifische Großstudien zur IHHT laufen noch. Das ist keine Schwäche der Therapie – es ist eine Frage des Zeitrahmens. COVID-19 existiert erst seit 2020; randomisierte kontrollierte Studien zu Behandlungsansätzen brauchen Jahre in der Durchführung.

Was die vorhandene Forschung zeigt

Erste europäische Pilotstudien speziell zur IHHT-Therapie bei Long COVID werden derzeit ausgewertet. Die vorliegenden Ergebnisse sind vielversprechend. Patientinnen und Patienten sollten wissen, dass eine abschließende Bewertung durch große RCTs noch aussteht – und ihre Entscheidung auf dieser Grundlage treffen.

IHHT bei Long COVID – Erfahrungen aus unserer Münchner Praxis

Studien zeigen Mechanismen und Gruppeneffekte. Was sie nicht zeigen, ist, wie der Behandlungsverlauf im Einzelfall aussieht, welche Fehler passieren, wenn man die Therapie falsch ansetzt – und was die entscheidenden Stellschrauben in der Praxis sind. Das folgende Bild entsteht aus unserer direkten Patientenversorgung seit 2021.

Wer kommt zu uns?

Die meisten Patientinnen und Patienten sind zwischen 30 und 65 Jahren alt, häufig bis zur Erkrankung beruflich oder sportlich aktiv. Sie kommen im Median etwa 7 bis 14 Monate nach ihrer Akutinfektion – nachdem Hausarzt, Internist und Long-COVID-Ambulanz keine ausreichende Besserung gebracht haben. Das Leitsymptom ist fast immer Fatigue, kombiniert mit mindestens einem weiteren Merkmal: Brain Fog, Schlafproblemen, Belastungsintoleranz oder anhaltender Kurzatmigkeit.

Was wir zu Beginn im Labor finden

Vor dem ersten IHHT-Protokoll erheben wir eine erweiterte Labordiagnostik. Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Die Standardwerte sind unauffällig – und trotzdem finden wir bei nahezu allen Patientinnen und Patienten messbare Defizite bei Coenzym Q10, Magnesium, Vitamin D, den B-Vitaminen B1 und B12 sowie Ferritin im suboptimalen Bereich. Diese Substanzen sind direkte Kofaktoren der mitochondrialen Energieproduktion. Ohne sie kann IHHT den Mitochondrien zwar den Regenerationsreiz geben – aber die Bausteine für neue, leistungsfähige Strukturen fehlen.

Das ist der häufigste Grund, warum IHHT anderswo nicht die erwarteten Ergebnisse bringt: Die Therapie wird ohne begleitende Mikronährstoffdiagnostik durchgeführt. Wir behandeln diesen Aspekt ausführlich in unserem Beitrag zu Mikronährstoffen bei Long COVID.

Wie sich der Verlauf typischerweise entwickelt

Wir passen das IHHT-Protokoll nach jeder Sitzung an den tatsächlichen Verlauf an. Was wir dabei regelmäßig beobachten:

1

Sitzungen 1–5

Wir erfassen Ihre Krankengeschichte, klären Kontraindikationen und definieren Ihr individuelles Therapieziel – ob Regeneration, Erschöpfung, Prävention oder Leistungssteigerung.

2

Sitzungen 6–10

Die Belastungstoleranz steigt messbar. Kurze Spaziergänge oder leichte Alltagsaufgaben werden wieder möglich, ohne den typischen Crash am Folgetag auszulösen. Dieser Schritt – von „jede Kleinigkeit wirft mich um“ zu „ich kann wieder Kleinigkeiten tun“ – ist für die meisten Betroffenen der erste spürbare Lebensqualitätsgewinn.

3

Ab Sitzung 8

Brain Fog und Konzentration bessern sich graduell. Das ist die Rückmeldung, die wir am häufigsten erhalten – und erfahrungsgemäß auch die, auf die Patientinnen und Patienten am meisten gewartet haben.

Wichtig: Nicht alle sprechen gleich an. Erkrankungsdauer, Schweregrad der mitochondrialen Dysfunktion und die Ausgangsdefizite bei Mikronährstoffen beeinflussen das Ergebnis. Wir machen keine pauschalen Versprechungen – sondern passen das Protokoll fortlaufend an die tatsächliche Entwicklung an.

T. M., München, 41 Jahre (Patientin, Long COVID nach Infektion Winter 2023)

Nach sechs Monaten Long COVID war ich nicht mehr arbeitsfähig. Nach zehn IHHT-Sitzungen im Vitamin Institute habe ich wieder das Gefühl, in meinem Körper zuhause zu sein. Der Brain Fog ist weg, meine Belastbarkeit nimmt langsam zu.

IHHT bei Burnout und ME/CFS – verwandte Syndrome, gemeinsamer Ansatz

Long COVID ist nicht das einzige Erschöpfungssyndrom, bei dem die IHHT-Therapie eingesetzt wird. Burnout und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) teilen dieselbe biologische Grundlage: mitochondriale Dysfunktion, erhöhter oxidativer Stress, gestörte Regulation der Stressachse (HPA-Achse), eingeschränkte Mikrozirkulation. Wer eines dieser Syndrome hat, leidet auf zellulärer Ebene am selben Problem – die Ursachen, die dazu geführt haben, sind verschieden.

Für die Praxis bedeutet das: Das IHHT-Protokoll für ME/CFS- und Burnout-Patientinnen und -Patienten unterscheidet sich von dem für Leistungssportler oder Menschen in der Präventionsmedizin. Die Startintensität ist niedriger, die Steigerung langsamer, das Monitoring engmaschiger. Das ist bewusst so – wer mit stark eingeschränkter Belastungstoleranz beginnt, braucht einen anderen Einstieg als jemand, der seine Ausdauer optimieren möchte.

Eine Besonderheit bei Burnout: IHHT ist dort keine psychologische Therapie und kein Ersatz dafür. Sie ist eine biologische Grundlagentherapie – sie stellt die zelluläre Energiebasis wieder her, auf der Verhaltens- und Psychotherapie erst effektiv greifen können. Wir empfehlen bei Burnout immer die Kombination beider Ansätze.

Für wen ist die IHHT-Therapie bei Long COVID geeignet – und für wen nicht?

Da die IHHT keine körperliche Anstrengung erfordert, ist sie für Long-COVID-Betroffene grundsätzlich auch dann zugänglich, wenn andere Rehabilitationsangebote wegen der Post-Exertionellen Malaise nicht infrage kommen. Das ist ein klinisch relevanter Vorteil: Die Therapie setzt den mitochondrialen Regenerationsreiz, ohne den Organismus zu belasten.

Spezifische Kontraindikationen für die IHHT bei Long COVID – über die allgemeinen Kontraindikationen hinaus (siehe Grundlagenbeitrag) – bestehen insbesondere bei:

  • Akuten Infektionen oder Fieber, auch im Rahmen von Long-COVID-Schüben
  • Schwerer autonomer Dysfunktion mit instabiler Herzfrequenzvariabilität
  • Sehr niedrigen Ausgangswerten der Sauerstoffsättigung in Ruhe (< 94 %)

In diesen Fällen beginnen wir mit einem angepassten Eingangsprotokoll oder verschieben den Start bis zur Stabilisierung. Die Entscheidung treffen wir nach dem individuellen Befund im Erstgespräch – nicht nach einer Checkliste.

Häufige Fragen zur IHHT-Therapie bei Long COVID

Die häufigste Rückmeldung in unserer Praxis: verbesserter Schlaf und ein stabilerer Energielevel am Morgen bereits in den ersten Wochen. Nach 8 bis 10 Sitzungen berichten viele Patientinnen und Patienten, dass leichte Alltagsbelastungen wieder ohne den typischen Crash am Folgetag möglich sind. Brain Fog bessert sich in der Regel graduell im zweiten Teil des Kurses. Das sind Erfahrungen aus unserem Praxisalltag – keine Garantie, da individuelle Verläufe variieren.

Long-COVID-spezifische RCTs zur IHHT laufen derzeit. Vorhanden ist solide Evidenz zu den Wirkmechanismen – mitochondriale Biogenese, Mikrozirkulationsverbesserung, Zytokinreduktion – und zu klinischen Ergebnissen bei vergleichbaren Erschöpfungssyndromen. Eine abschließende Bewertung durch Großstudien speziell zu Long COVID steht noch aus.

Ja. Das ist einer der zentralen Vorteile der Therapie: Sie wirkt auf zellulärer Ebene, ohne dass der Körper körperlich belastet wird. Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Post-Exertioneller Malaise, die herkömmliche Rehab-Angebote nicht tolerieren, können IHHT in der Regel problemlos beginnen – sofern keine der spezifischen Kontraindikationen vorliegt.

Weil IHHT den Mitochondrien den Regenerationsreiz gibt – aber für die Neubildung leistungsfähiger Mitochondrien Bausteine gebraucht werden: Coenzym Q10, Magnesium, B-Vitamine, Eisen. Bei fast allen Long-COVID-Patientinnen und -Patienten finden wir diese Substanzen im Labor unter dem funktionell optimalen Bereich. Ohne sie schöpft die Therapie ihr Potenzial nicht aus.

Die IHHT-Therapie ist eine Selbstzahlerleistung (IGeL) und aktuell nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Manche privaten Zusatzversicherungen erstatten die Kosten ganz oder teilweise. Wir beraten Sie gerne dazu im Erstgespräch.

Die IHHT-Therapie bei Long COVID greift an einer Stelle an, die viele Behandlungsansätze übersehen: der gestörten mitochondrialen Energieproduktion auf zellulärer Ebene. Die Mechanismusforschung ist solide, klinische Studien zu vergleichbaren Syndromen zeigen klare Verbesserungen, und Long-COVID-spezifische RCTs sind in Arbeit.

Was Studien nicht abbilden können, zeigt die Praxis: IHHT wirkt am besten, wenn sie individuell dosiert, labordiagnostisch begleitet und mit gezielter Mikronährstofftherapie kombiniert wird. Wer die Therapie ohne diese Grundlage startet, lässt wesentliches Potenzial ungenutzt.

Wenn Sie unter Long COVID, ME/CFS oder chronischer Erschöpfung leiden und wissen möchten, ob und wie IHHT für Sie infrage kommt, vereinbaren Sie ein Erstgespräch im Vitamin Institute München. Wir erheben zunächst die relevanten Laborbefunde und entwickeln auf dieser Basis ein individuelles Therapiekonzept.

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Dr. Simone Eichinger und das Team des Vitamin Institute München begleiten Sie individuell durch Ihre IHHT-Therapie – wissenschaftlich fundiert, präzise dosiert.

Dr. Simone Eichinger – Vitamin Institute München

Dr. Eichinger ist Ärztin und Gründerin des Vitamin Institute München, spezialisiert auf Präventivmedizin, Mitochondriengesundheit und regenerative Therapien. Sie begleitet Patientinnen und Patienten mit IHHT, Infusionstherapien und individuellen Gesundheitsprogrammen. Mehr über Dr. Eichinger →

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